Testseite drucken: Warum der Druck einer Testseite sinnvoll ist

Testseite drucken: Warum der Druck einer Testseite sinnvoll ist
Testseite drucken: Warum der Druck einer Testseite sinnvoll ist | © Bild: 70996047 - sorokopud, depositphoto.com

Viele namhafte Hersteller wie Epson, Canon, Brother, HP, Samsung, OKI oder Kyocera empfehlen vor Inbetriebnahme eines Druckers sowie nach Austausch von Druckerpatronen und Toner den Druck einer Testseite. Warum dem so ist, welche Szenarien diese Vorgehensweise begünstigen, bei welcher Fehleranalyse es hilfreich sein kann, Testseiten zu drucken und was Sie danach zur Behebung eventuell auftretender Fehler tun können, soll in diesem Artikel erläutert werden. Zunächst allerdings ist zu klären, was eine Testseite bei Drucker, Kopierer oder Scanner eigentlich ist und wofür sie verwendet wird.

Testseite: Definition

Der Druck von Testseiten dient einem ganz gewissen Zweck. Es handelt sich hierbei um ein Verfahren, mit welchem die Funktionalität von Druckern und anderen Drucksystemen geprüft werden kann. Doch dies ist nur einer der Vorteile einer Testseite. Mit ihr können Sie außerdem das Farbmanagement Ihres Druckers analysieren, was vor allem bei Farbdruckern von besonderer Relevanz ist. So können Sie bereits im Vorfeld erkennen, welche Einstellungen Sie noch für spätere Drucke festlegen möchten. Auf den Testseiten werden dazu alle Farben, Mischfarben sowie dünne Segmente dargestellt, um festzustellen, ob es der Standardeinstellung an Schärfe oder Präzision fehlt und ob alle Farben Ihrem Wunsch entsprechen. Ist dies nicht der Fall, können Sie simpel die Druckereinstellungen nach Ihren Bedürfnissen anpassen.

Drucker installieren und Testseite drucken

Wer einen neuen Drucker installieren muss, ist stets angehalten, eine Testseite zu drucken, die Sie darüber informiert, ob alles ordnungsgemäß funktioniert, nachdem Sie den Tintenstrahl- oder Laserdrucker eingerichtet haben. Hierüber erkennen Sie ebenfalls, ob bereits eine technische oder substanzielle Störung an einer Stelle auftaucht und können gegebenenfalls direkt mit der Fehlerbehebung beginnen. Viele moderne Systeme drucken aus diesem Grund häufig bei der Erstinstallation automatisch eine Testseite. Für den Druck benötigen Sie selbstverständlich Toner oder Tintenpatronen, sofern sich diese nicht bereits im Drucker befinden. Denn auch diese können unter Umständen eine Fehlerquelle darstellen, die durch den Druck einer Testseite festgestellt werden kann.

Eine Testseite dient nicht nur der Fehlererkennung, sondern auch den passenden Druckerinstellungen
Eine Testseite dient nicht nur der Fehlererkennung, sondern auch den passenden Druckerinstellungen | © Bild: 20880645 – REDPIXEL, depositphoto.com

Testseite drucken mit den verschiedenen Betriebssystemen

Je nachdem, welches Betriebssystem Sie verwenden (Windows, Apple, Ubuntu, etc.) kann sich die Vorgehensweise leicht unterscheiden, wenn Sie eine Testseite drucken möchten. Aus diesem Grund geben wir Ihnen für einige der bekanntesten Systeme je eine kleine Anleitung mit auf den Weg.

Testseite drucken: Windows 7

Auch wenn sich die einzelnen Versionen von Windows nicht groß unterscheiden, möchten wir Ihnen jeweils kurz vorstellen, wie Sie beim Druck einer Testseite bei den verschiedenen Ausführungen vorgehen.

  • Öffnen Sie das Startmenü, indem Sie auf das Windows-Symbol klicken, das Sie links unten auf dem Monitor sehen.
  • Hier finden Sie die Systemsteuerung, in der Sie „Geräte und Drucker“ auswählen können.
  • Mit einem Rechtsklick auf Ihren Drucker öffnet sich ein Kontextmenü, in welchem Sie die Druckereigenschaften finden.
  • In diesem Fenster können Sie den Punkt „Print a Test Page“ anwählen.
  • Anschließend bestätigen Sie den Vorgang mit „OK“ und schon wird die Testseite gedruckt.

Testseite drucken: Windows 8

  • Über das Startmenü, bzw. die zweite Oberfläche, können Sie im Suchfeld den Begriff „Drucker“ eingeben.
  • Hier gelangen Sie zu einer Auswahl, in der Sie die „Einstellungen“ aufrufen können.
  • Hier wählen Sie „Geräte und Drucker anzeigen“ und führen einen Rechtsklick auf das Druckersymbol aus.
  • Im Kontextmenü können Sie nun die „Druckereigenschaften“ auswählen und im sich öffnenden Menü den Punkt „Testseite drucken“ anklicken.

Testseite drucken: Windows 10

  • In der Taskleiste finden Sie bei Windows 10 ein Suchfeld, in welches Sie „Geräte und Drucker“ eingeben können, wenn Sie nicht genau wissen, wo sich ebenjenes Menü befindet.
  • Haben Sie Ihren Drucker gefunden, klicken Sie ihn mit der rechten Maustaste an, um im Kontextmenü die „Druckereigenschaften“ auswählen zu können.
  • Hier finden Sie den Reiter „Allgemein“, über welchen Sie zum Unterpunkt „Testseite drucken“ gelangen.

Testseite drucken: Mac

Mac-Usern ist sicher bereits bekannt, dass nicht alle Anwendungen so einfach angeklickt werden können, wie dies bei Windows in den meisten Fällen möglich ist. Dennoch kommen auch Nutzer eines Apple-PCs oder eines anderen Endgerätes aus diesem Hause über einige Umwege an das gleiche Ziel: eine Testseite zu drucken. Wie genau Sie zu diesem Ziel gelangen, möchten wir Ihnen Schritt für Schritt näher bringen.

Mit MacOS haben Nutzer vielfältige Möglichkeiten zur Druckereinstellung
Mit MacOS haben Nutzer vielfältige Möglichkeiten zur Druckereinstellung | © Bild: 179810814 – ifeelstock, depositphoto.com

Anleitung: Testseite drucken – Apple

  • Um zur Konsole Ihres Mac-Books oder iOS-Geräts zu gelangen, müssen Sie zunächst den Begriff „Terminalim Spotlight eingeben.
  • Im Terminal muss nun die Druckersoftware CUPS (Common Unix Printing System) gestartet, bzw. aktiviert werden, damit Sie zu den Druckereinstellungen gelangen.
  • Geben Sie dazu den Befehl: „Sudo cupsctl WebInterface=yes“ ein.
  • Im Interface schreiben Sie nun in die Adresszeile „Localhost:631“.
  • Hier können Sie nun im Menü das Feld „Printers“ auswählen, woraufhin Sie aus einer Liste Ihren Drucker wählen können.
  • Im sich öffnenden Menü können Sie nun die Option „Print Test Page“ anklicken.
  • Anzumerken ist, dass Ihnen ein übersichtliches Protokoll über die laufenden sowie abgeschlossenen Druckaufträge angezeigt wird.

Tipp: Wenn Sie den Vorgang abgeschlossen haben, ist es sinnvoll, das Interface mit dem Befehl „Sudo cupsctl Webinterface=no“ im Terminal zu deaktivieren. Möchten Sie eine weitere Testseite ausdrucken oder weitere Druckereigenschaften ändern, bleiben Sie selbstverständlich im CUPS-Menü.

Testseite drucken: Ubuntu

Auch unter Ubuntu kann eine Testseite schnell gedruckt werden
Auch unter Ubuntu kann eine Testseite schnell gedruckt werden | © Bild: 95753564 – mtmmarek, depositphoto.com

Neben Windows und MacOS gibt es sicher auch einige User, die Linux und das zugehörige System Ubuntu verwenden. Um hier einen Drucker zu installieren, Einstellungen zu ändern und auch eine Testseite zu drucken, ist ebenso wie bei Apple eine weitere Software vonnöten. Mithilfe von Unity/GNOME 3 können Sie auch unter Ubuntu die Druckerkonfiguration vornehmen. Der installierte Drucker kann über das System ausgewählt und der Testdruck in Angriff genommen werden. Hierfür steht Ihnen ein extra Menüpunkt „Testseite drucken“ im unteren Bereich des geöffneten Fensters zur Verfügung.

Fehlerbehebung durch den Druck einer Testseite

Nachdem Sie nun wissen, wie Sie unter den verschiedenen Betriebssystemen eine Testseite drucken, soll im Folgenden betrachtet werden, warum ein solcher Testdruck sinnvoll ist und weshalb er regelmäßig durchgeführt werden sollte.

Der Druck einer Testseite dient nicht zuletzt dazu, Fehler oder Probleme bei Ihrem Drucker zu erkennen und das Gerät auf seine Funktionalität zu überprüfen. Nachfolgend zeigen wir Ihnen einige Fehler auf, die Sie mittels Druck einer Testseite feststellen können.

1. Farbveränderungen

Sind Ihnen bereits bei vorherigen Drucken zu helle oder zu dunkle Farbverläufe aufgefallen, kann ein Testdruck weiteren Aufschluss darüber geben. Zunächst sollten Sie die Druckereinstellungen Ihren Bedürfnissen bezüglich Farbtiefe etc. anpassen und eine erneute Testseite ausdrucken. Ist keine Besserung erkennbar, sind weitere Schritte zur Fehlerbehebung vonnöten. Schalten Sie dafür Ihren Drucker aus, trennen ihn gegebenenfalls vom Netz und lassen Sie ihn bis zu 30 Minuten (bei einem Laserdrucker) abkühlen. Nun können Sie die Tonerkartuschen herausnehmen. Gehen Sie dabei behutsam vor, um sich nicht zu beschmutzen. Um das Tonerpulver in der Kartusche zu lösen, halten Sie die Austrittstelle abgedeckt und schütteln Sie das Behältnis. Bei Tintenstrahldruckern und Druckerpatronen können Sie mit einem fusselfreien Tuch und etwas Reinigungsalkohol die Druckköpfe reinigen, um so eventuelle Tintenreste zu entfernen.

2. Flecken

Sollten Sie in regelmäßigen Abständen Fleckenbildung auf Ihren Ausdrucken finden, ist es sinnvoll, eventuelle Rückstände von Aufklebern oder ähnlichem von Druckköpfen und Tonerkartuschen zu entfernen.

3. Punktebildung

Gerade nach dem Einsatz eines frischen Toners kann es vorkommen, dass Sie in unregelmäßigen Abständen Punkte auf einem Ausdruck feststellen. Hier sollten Sie mehrmals eine Testseite auf Hochglanzpapier drucken. Punkte können bei einer neuen Kartusche darauf hindeuten, dass sich das Pulver im Inneren nicht richtig verteilt hat und aus diesem Grund nicht optimal vom Papier gebunden werden kann. Bleibt der Fehler bestehen, ist es notwendig den Drucker und dessen Innenraum gründlich zu säubern.

4. Dunkle oder schwarze Streifen

Ein weiterer Hinweis, dass Ihr Drucker einer Reinigung bedarf, sind schwarze Streifen auf Ihren Druckergebnissen. Wenn Sie Ihren Drucker reinigen, sollten Sie stets mit Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit vorgehen, um die empfindlichen Bauelemente nicht zu beschädigen.

5. Längsstreifen und blasse Farben

Merkmale wie wiederholte Längsstreifen sowie verblassende Farben, vor allem an den Rändern, deuten darauf hin, dass Ihre Tintenpatronen oder Tonerkartuschen aufgebraucht sind. Bei einem längeren Stillstand eines Tintenstrahldruckers ist es zudem denkbar, dass die Patrone nicht leer, sondern eingetrocknet ist. Ist dies der Fall, sollten Sie Druckerpatrone und Toner austauschen oder säubern, um sie so wieder nutzbar zu machen.

Sinnvolle Intervalle für den Testseitendruck

Wie bereits oben angemerkt, gehört der Druck einer Testseite, egal ob farbig oder schwarzweiß, zur Installation eines neuen Druckers. Aber auch bei verschiedenen Fehlermeldungen sowie in regelmäßigen Abständen sollte ein solcher Testdruck durchgeführt werden, um die Funktionalität Ihres Druckers zu überprüfen, denn der Ausfall eines oder mehrerer Geräte kann schnell zu einem größeren Ärgernis zu Hause oder in der Firma werden.

Gerade bei Tintenstrahldruckern, die nicht täglich im Einsatz sind, sollten Sie regelmäßig, etwa einmal im Monat, eine bunte Testseite drucken, um der Gefahr aus dem Weg zu gehen, dass die Patrone bei Nichtgebrauch eintrocknet. Dennoch ist es natürlich auch dann ratsam, einen solchen Testdruck durchführen, wenn Sie ungewöhnliche Fehler (wie die oben beschriebenen) feststellen, um diese schnellstmöglich zu beheben.

Fazit

Es kann also in Anbetracht der vorgestellten Fehleranalyse festgehalten werden, dass es sinnvoll ist, in periodischen Abständen eine Testseite auszudrucken, um eventuelle Problem schnell zu erkennen und beheben zu können. Dabei ist es weder relevant, welches Druckermodell welcher Marke Sie Ihr Eigen nennen, noch welches Betriebssystem Sie auf Ihrem angeschlossenen PC verwenden. Der Druck einer Testseite gibt Ihnen stets Aufschluss über Fehlerquellen bezüglich des eingestellten Farbmanagements, der genutzten Toner oder Tintenpatronen sowie möglicher Verschmutzungen, die unerwünschte Flecken oder Streifen auf Ihren Ausdrucken zurücklassen. Ein Testdruck ist folglich hin und wieder sinnvoll und ratsam.

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