Druckertinte entfernen

Anleitungen zum Entfernen von Druckertinte
Anleitungen zum Entfernen von Druckertinte | © Bild: 3422355 - Nicemonkey, depositphoto.com

Ob nun durch eigenes Verschulden beim Patronenwechsel, durch beschädigte Ware oder durch unsachgemäßen Umgang mit Tintenpatronen oder Nachfülltanks: Druckertinte verursacht Flecken, die im besten Fall als hartnäckig bezeichnet werden können, wenn man sich nicht umgehend mit der Entfernung derselben beschäftigt.

Wie Sie verschüttete oder ausgelaufene Druckertinte entfernen können, erfahren Sie in diesem Artikel. Dabei gehen wir auf Tintenflecken ein, die sich auf Textilien, Möbeln oder der eigenen Haut befinden.

Vorsicht ist besser als Nachsicht: Tintenflecken vermeiden

Die besten Tintenflecke sind keine Tintenflecke. Bei einem sachgemäßen Umgang mit Ihren Druckerpatronen lassen sich Missgeschicke oftmals einfach vermeiden. Folgende Maßnahmen können dazu beitragen, dass Sie sich das lästige Hantieren mit Haarspray, Seifenlauge und Co. sparen können.

  • Beachten Sie die Trocknungszeit der Tinte: wenn ein frischer Ausdruck aus dem Tintenstrahldrucker kommt, ist die auf dem Papier befindliche Tinte noch nicht vollständig getrocknet. Greifen Sie nun direkt nach dem Blatt und schütteln es im schlimmsten Fall auch noch, kann es passieren, dass der Ausdruck verwischt und sie überdies feststellen müssen, die Tinte nun auch an den Fingern zu haben. Gewähren Sie dem Ausdruck daher einige Sekunden Zeit, um vollständig zu trocknen. Oft finden Sie dazu auch Tipps des Herstellers Ihres Druckers beziehungsweise Ihrer Druckerpatrone.
  • Leere Druckerpatronen sind niemals wirklich leer: Auch wenn Ihnen der Drucker meldet, dass die Patronen leer sind und ausgewechselt werden müssen, bliebt doch immer noch ein gewisser Rest an Tinte in dem Behältnis zurück. Die Folge: Wenn Sie die Tintenpatronen entnommen und unachtsam beiseitegelegt haben, kann es aufgrund von ungünstiger Lage zum Auslaufen von Tinte kommen. Es ist daher ratsam, die Patronen direkt dem Recycling zuzuführen. Falls dies nicht möglich ist, sollten Sie sicherstellen, die Tintenpatronen auf einer sicheren Unterlage zu lagern (zum Beispiel mehrere Lagen Zeitungs- oder Küchenpapier).
  • Durchzug vermeiden: Wenn Sie gerade beim Ausdrucken sind, sollten Sie die Türen und Fenster des Raumes, in dem Ihr Drucker steht, nach Möglichkeit geschlossen halten. Schlimmstenfalls kann ein plötzlicher Windstoß dafür sorgen, dass die Ausdrucke durch das Zimmer wirbeln und sich Druckertinte an Kleidung, Wänden und sonstigen ungünstigen Orten festsetzt.
  • Handschuhe tragen: Dieser nützliche Tipp verhindert in jedem Fall Tintenflecke an den Fingern. Benutzen Sie dazu am besten Einweghandschuhe, da diese anschließend nicht mehr zu gebrauchen sind beziehungsweise an optischer Ästhetik verlieren, wenn Sie sich erst einmal mit Tinte vollgesogen haben.
Druckertinte ist äußerst farbintensiv und hartnäckig
Druckertinte ist äußerst farbintensiv und hartnäckig

Falls es trotz aller Vorsicht einmal zu Verschmutzungen kommt, stellt sich die Frage, wie Sie die Druckertinte entfernen können, ohne dass Spuren und Verfärbungen zurückbleiben. Um die einzelnen Schritte, die Sie abhängig von dem beschmutzen Objekt unternehmen können, geht es in den folgenden Abschnitten.

Druckertinte entfernen: Textilien und Kleidung

Der Fall, dass sich Druckertinte auf den Teppich, die Kleidung oder sonstige Textilien ergießt, erscheint zunächst einmal besonders lästig, da Textilfasern die Tinte besonders „gierig“ aufsaugen, wodurch es zu hartnäckiger Fleckenbildung kommt. Um das zu vermeiden, müssen Sie auf jeden Fall schnell handeln!

Tipps für waschbare Textilien

Eine beliebte und bewährte Methode, wenn Sie Druckertinte aus waschbaren Textilien entfernen möchten (zum Beispiel Jeans, T-Shirts oder Tischdecken) ist, die betroffene Stelle direkt mit Haarspray einzusprühen. Diese Maßnahme bewirkt, dass sich die Farbpartikel vom Stoffgewebe lösen können. Weichen Sie das betroffene Stück direkt im Anschluss in einer Lösung aus Wasser und Essig für mindestens eine halbe Stunde ein. Danach sollten Sie Ihr Kleidungsstück gründlich ausspülen und trocknen lassen. Falls nötig, können Sie den gesamten Prozess wiederholen. Wenn sich der gewünschte Effekt nicht einstellt, können Sie es alternativ auch mit Franzbranntwein versuchen.

Tipps für nicht waschbare Textilien

Die Vorgehensweise für empfindliche Textilien ist überraschenderweise ziemlich ähnlich. Nach der Fleckenbehandlung mit Haarspray verdünnen Sie Essig mit Wasser, nehmen einen Schwamm zur Hand reiben die Lösung von innen nach außen in die Tintenflecke ein. Franzbranntwein ist auch hier eine Alternative zum herkömmlichen Essig, um Druckertinte zu entfernen.

Kleidung direkt einweichen

Wenn Ihnen das Tintenmalheur im Büro passiert, wo Sie weder Haarspray noch Essig zur Hand haben, sollten Sie das betroffene Kleidungsstück in ein mit Wasser gefülltes Waschbecken legen und, quasi als Vorbehandlung, die Tintenflecke mit einer Bürste ausbürsten (bei empfindlichen Kleidungsstücken ist selbstverständlich Vorsicht geboten). Wenn möglich, sollten Sie direkt im Anschluss einen Waschsalon aufsuchen und das Kleidungsstück dort in Behandlung geben.

Hat sich die Tinte erst einmal im Textilgewebe festgesetzt, ist es in der Regel zu spät für die Reinigung
Hat sich die Tinte erst einmal im Textilgewebe festgesetzt, ist es in der Regel zu spät für die Reinigung

Druckertinte von der Haut entfernen

Auch wenn die Kleidung nicht in Mitleidenschaft gezogen wurde, müssen Sie hin und wieder Druckertinte entfernen: von den Händen, von den Armen oder anderen Hautpartien. Wenn Sie schon mal versucht haben, Edding-Flecken von den Händen zu waschen, wissen Sie in puncto Hartnäckigkeit bestens Bescheid. Druckertinte schlägt in dieselbe Kerbe; dennoch gibt es ein paar Mittel, die zuverlässig bei der Entfernung derselben helfen können.

  • Meiden Sie Reinigungsbenzin und Spiritus: Was unseren Großeltern noch als Allheilmittel gegen hartnäckige Verschmutzungen galt, ist nachweislich alles andere als gesund für Haut und Atemwege (von Terpentin sollten Sie erst recht die Finger lassen). Die folgenden Alternativen sind ebenfalls wirksam und dabei wesentlich unbedenklicher, wenn Sie Druckertinte entfernen müssen.
  • Zahnpasta: Wenn Sie Druckertinte an Ihren Händen haben, können Sie versuchen, sich die Hände anstatt mit Seife mit Zahnpasta zu waschen. Das funktioniert insbesondere dann, wenn die Flecken noch frisch sind.
  • Geschirrspülmittel: Ebenfalls effektiver als die Verwendung regulärer Handseife ist es, ersatzweise ein wenig Geschirrspülmittel zu verwenden.
  • Bimsstein: Wenn Sie es mit hartnäckigen Tintenflecken zu tun haben, können Sie sich auch mit einem Bimsstein behelfen. Weichen Sie die betroffenen Hautpartien zunächst in warmem Wasser ein und rubbeln sie die Druckertinte anschließend vorsichtig von der Haut.
  • Backpulver: Mit diesem Alleskönner werden seit jeher die unterschiedlichsten Dinge und Verschmutzungen gereinigt. Auch zur Entfernung von Druckertinte hat sich das Hausmittel bewährt. Mischen Sie etwas Backpulver mit Zitronensaft und Wasser in einer Schale, verteilen Sie die Mixtur auf den betroffenen Hautstellen und lassen Sie sie kurz einwirken. Zum Schluss spülen Sie die Lösung einfach mit warmem Wasser ab.
  • Scheuermilch: Dieses Mittel ist zwar etwas aggressiver, aber nicht schädlich, wenn es darum geht, Druckertinte von den Händen zu entfernen. Nehmen Sie einen Schwamm oder eine Handbürste, um die Tintenflecke zu behandeln und spülen Sie anschließend mit warmen Wasser nach.
  • Waschpulver: Klassisches Waschmittel für Kleidung hat sich bewährt, wenn Druckertinte entfernt werden muss. Dazu können Sie sich die Hände regulär waschen und dabei die Seife durch Waschmittel ersetzen. Falls dies nicht die gewünschte Wirkung zeigt, gibt es noch eine alternative Methode. Rühren Sie aus einem bis zwei Teelöffeln Waschpulver und heißem Wasser eine Seifenlauge an, in der Sie die Hände für ein paar Minuten einweichen lassen. Bürsten Sie die Tinte nach der Einweichzeit einfach ab und waschen Sie die Hände zum Abschluss noch einmal mit Handseife ab.

Druckertinte von den Möbeln entfernen

Trotz aller Vorsicht kann es natürlich auch einmal passieren, dass Ihnen eine Druckerpatrone aus der Hand fällt und dadurch beispielsweise den Schreibtisch oder den Fußboden verunreinigt. Und erneut stehen Sie vor der unrühmlichen Herausforderung, Druckertinte zu entfernen: von Holz, Fliesen oder Kunststoff zum Beispiel. Einige Tipps dazu finden Sie hier.

Druckertinte auf dem Schreibtisch: Auch wenn man geneigt ist, der Werbung Glauben zu schenken: kostspieliger Fleckenentferner lohnt sich in der Anschaffung meistens nicht. Denn wenn die Tinte erst einmal in das Material eingezogen ist, bekommen Sie sie in der Regel auch nicht mehr heraus. Handeln Sie daher schnell und wohlüberlegt. Wischen Sie Tintenflecken sofort und gründlich mit saugfähigen Tüchern (Haushaltspapier, Toilettenpapier, Taschentücher) ab. Im Nachhinein können Echtholzplatten zwar abgeschliffen werden; mit anderen Materialien wie Pressspan oder Kunststoffen werden Sie sich indes vergeblich abmühen.

Druckertinte vom Boden entfernen: Greifen Sie zunächst zum naheliegensten Mittel, nämlich dem Allzweckreiniger aus Ihrem Putzschrank. Wenn dieser nicht ausreicht, können Sie es mit Ammoniak probieren. Dazu sollten Sie allerdings wissen, dass Ammoniak reizend wirkt und sie daher einen Atemschutz tragen müssen, wenn sie damit arbeiten. Tränken Sie ein Tuch mit der Substanz und wischen Sie damit über den Tintenfleck. Wischen Sie mit Seifenlauge nach und spülen die gereinigte Stelle zum Schluss mit klarem Wasser ab.

Auch vom Boden muss Druckertinte so schnell wie möglich entfernt werden
Auch vom Boden muss Druckertinte so schnell wie möglich entfernt werden | © Bild: 3276083 – mast3r, depositphoto.com

Verunreinigung von Wänden durch Druckertinte

Wie wir bereits aufgezeigt haben, ist vor allem schnelles Handeln ein maßgebliches Erfolgskriterium, wenn Sie Druckertinte entfernen müssen. Falls Ihnen, beispielsweise im Zuge des Patronenwechsels, etwas von der hartnäckigen Flüssigkeit an die Wände ihres Büros gerät, gilt dieser Grundsatz ebenso. Gehen Sie wie folgt vor, um der Tinte zu Leibe zu rücken:

Wände mit Oberflächenversiegelung können Sie, wie auch den Fußboden, zunächst mit Allesreiniger oder Ammoniak behandeln. Das funktioniert auch dann, wenn Ihre Wände mit Raufasertapete ausgekleidet sind. Entfernen Sie den Fleck beziehungsweise die Flecken, so gut es eben geht. Das Nachstreichen wird Ihnen ohnehin nicht erspart bleiben; aber wenn Sie die verschmutzten Stellen nicht gründlich reinigen, kann es geschehen, dass die Flecken nach dem neuen Anstrich unter der Farbe durchschimmern.

Die Reinigung von gemusterter Tapete ist quasi ein Ding der Unmöglichkeit, denn mit den konventionellen Reinigungsmitteln würden Sie die empfindliche Tapete nur beschädigen. Daher sollten Sie, wenn möglich, lieber einen passenden Fetzen Ersatztapete über die besudelte Stelle kleben. Reißen Sie ein Stück Tapete vorher vorsichtig von der Rolle, anstatt sie zu schneiden. So stellen Sie sicher, dass die ausgebesserte Stelle später nur noch bei sehr genauem Hingucken zu sehen ist.

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