Druckerpatrone eingetrocknet: Was tun, um die Patrone wieder verwenden zu können?

Was tun, wenn die Druckerpatrone eingetrocknet ist?
Was tun, wenn die Druckerpatrone eingetrocknet ist? | © Bild: 6208255 - bdspn74, depositphoto.com

Sie haben Ihren Drucker eine Zeit lang nicht benutzt und nun erhalten Sie nur fragmentarisch bedruckte Resultate? Buchstaben werden gar nicht oder nur lückenhaft gedruckt? Dies kann unter Umständen an einer eingetrockneten Druckerpatrone oder einem eingetrockneten Druckkopf liegen. Das Phänomen ist dabei gar nicht so unbekannt. Denn Tintenstrahldrucker, egal ob vom Hersteller HP, Canon, Epson oder Brother, sind gerade bei längerem Stillstand häufiger davon betroffen, dass die eine oder andere Druckerpatrone eingetrocknet ist.

Laserstrahldrucker, die im Gegensatz dazu mit Toner arbeiten, haben weniger mit diesem Problem zu kämpfen, da das Tonerpulver bereits ein trockenes Material ist. Oftmals hilft bei oben genanntem Problem nur das Reinigen oder der Austausch der Patrone. Welche Maßnahmen Sie im Falle einer eingetrockneten Tintenpatrone unternehmen können, soll nun Thema dieses Artikels sein.

Eingetrocknete Druckerpatrone retten

Um eingetrocknete Druckerpatronen wieder brauchbar zu machen, sind einige Schritte notwendig, die aber mit kleinen Mitteln schnell zum Erfolg führen. Wir haben Ihnen in diesem Artikel einige Tipps und Tricks zusammengestellt, wie Sie eingetrocknete Druckerpatronen wieder flüssig machen können. Bevor Sie also direkt zur neuen Patrone greifen, versuchen Sie zunächst zu retten, was zu retten ist, auch wenn es durchaus Defekte am Material geben kann, die nicht so einfach zu beheben sind. In einem solchen Fall kann ein Blick in unser Sortiment helfen. Wir bieten für alle handelsüblichen Drucksysteme der bekannten Hersteller immer das Passende an.

1. Automatische Reinigung

Viele moderne Drucker, egal ob Tintenstrahldrucker oder Laserdrucker, bieten in Ihrem Treiberpaket eine automatische Reinigung an, die Sie von Zeit zu Zeit in Anspruch nehmen sollten. In der Systemsteuerung finden Sie unter Ihrem Drucker meist auch einen Menüpunkt zur Wartung des Geräts, worüber Sie die automatische Reinigung vornehmen können. Hier finden Sie auch häufig Begriffe wie Düsenreinigung oder Druckkopfreinigung. Oftmals können Sie im Wartungscenter Ihres Druckers zwischen einer normalen und einer Intensivreinigung wählen.

Bei der automatischen Reinigung müssen Sie allerdings beachten, dass diese sehr viel Tinte verbraucht, da hierbei ebenjene mit hohem Druck durch die verstopften Düsen gespritzt wird, um diese von eventuellen Verunreinigungen wie Tintenresten zu befreien. Sollten Sie damit nicht zum gewünschten Ergebnis kommen und Ihr Drucker weiterhin nur bruchstückhafte Ausdrucke ausgeben, ist eine manuelle Reinigung der Tintenpatronen sowie der Druckköpfe unumgänglich. Um herauszufinden, ob die Säuberung von Erfolg gekrönt war, können Sie eine Testseite drucken. Diese gibt Aufschluss darüber, ob eine manuelle Reinigung noch nötig ist.

2. Druckerpatrone eingetrocknet: Hilfe durch manuelle Reinigung

Nachdem Sie bereits eine automatische Reinigung durchgeführt haben, ist der nächste Schritt, wenn Sie die eingetrocknete Druckerpatrone aktivieren möchten, das manuelle Reinigen von Patronen, Druckkopf und Düsen.

  • Entnehmen Sie zunächst die eingetrocknete Tintenpatrone aus Ihrem Printer.
Um die Patrone zu reinigen, muss sie zunächst aus dem Drucker entnommen werden.
Um die Patrone zu reinigen, muss sie zunächst aus dem Drucker entnommen werden. | © Bild: 37966699 – simpson33, depositphoto.com
  • Nehmen Sie nun ein fusselfreies Tuch zur Hand und befeuchten Sie es etwas mit destilliertem Wasser. Achtung! Leitungswasser kann kleinste Partikel enthalten, die sich wiederum an den feinen Düsen festsetzen und diese verstopfen können, aus welchem Grund sich Wasser aus der heimischen Leitung nicht für die Reinigung von Druckerpatronen eignet. Auch ein Wattestäbchen kann genutzt werden, um die empfindlichen Bauteile auf der Unterseite der Patrone vorsichtig zu betupfen.
  • Sollte die Säuberung mit Wasser nicht den gewünschten Effekt erzielen, müssen Sie zu etwas stärkeren Mitteln greifen. Vermeiden Sie allerdings Flüssigkeiten wie Spiritus oder Benzin!
  • Wir empfehlen für die Säuberung der Tintenpatronen sowie der Druckköpfe Reinigungsalkohol (Isopropanol) oder speziellen Düsenreiniger, welchen Sie im Handel erwerben können.
  • Nun tränken Sie wiederum ein fusselfreies Tuch (wahlweise Küchenkrepp) großzügig mit oben genannter Flüssigkeit und legen es in eine flache Schale.
  • Die eingetrocknete Druckerpatrone legen Sie beispielsweise über Nacht mit den Düsen nach unten auf das Tuch, sodass diese vollständig in der Flüssigkeit lagern.
  • Nach dieser Prozedur sollten sich alle Verkrustungen gelöst haben und Sie können die Patrone nach sorgfältigem Trocknen wieder in Ihren Tintenstrahldrucker einsetzen und mit Ihren Druckaufträgen starten.

Neben der Säuberung mit Reinigungsalkohol können Sie allerdings auch versuchen, die eingetrocknete Tintenpatrone mittels eines Wasserbades wieder brauchbar zu machen.

  • Zunächst geben Sie die Patrone in eine wasserdichte Plastiktüte (wahlweise Frischhaltebeutel oder ähnliches) und legen diese in ein 60°C heißes Wasserbad.
  • Nach etwa 5 Minuten sollten Sie Tüte samt Patrone dem Bad entnehmen und können nun nachsehen, ob sich die Verkrustungen bereits gelöst haben. Ist dies nicht der Fall, können nachfolgende Tipps helfen.
  • Sind die Verschmutzungen hartnäckig, lassen Sie den Plastikbeutel weg, füllen aber dennoch erneut eine flache Schale oder ein anderes Behältnis mit warmem Wasser.
  • Legen Sie die Patrone mit der Unterseite in das Wasserbad, sodass alle Düsen mit dem Wasser bedeckt sind.
  • Lassen Sie die Patrone nicht länger als circa 30 Sekunden in ihrem Bad. In dieser Zeit sollten sich alle getrockneten Tintenreste gelöst haben.
  • Nun trocknen Sie die Tintenpatrone vorsichtig mit einem fusselfreien Tuch ab. Geben Sie Acht, dass Sie die empfindlichen Düsen nicht beschädigen!
  • Wenn Sie alle gesäuberten und getrockneten Patronen wieder in Ihrem Drucker montiert haben, können Sie einen Testdruck durchführen, um sicherzugehen, dass Sie wieder optimale Resultate erzielen.

3. Druckkopf inklusive Düsen reinigen

Wenn bei einer Druckerpatrone die Düse eingetrocknet ist, ist es nötig, den Druckkopf sowie die Druckkopfdüsen genauer unter die Lupe zu nehmen und gegebenenfalls sorgsam zu reinigen, um sie wieder nutzbar zu machen. Hier ist das richtige Reinigungsmittel von entscheidender Bedeutung. Auf vielen Foren und Plattformen im Internet finden sich zahlreiche Ratschläge zur Verwendung von diversen Chemikalien, die eine saubere Reinigung garantieren. Doch Vorsicht! Viele dieser vermeintlichen Reinigungswunder sind nicht nur ungeeignet, sondern können sogar erheblichen Schaden verursachen. Aus diesem Grund ist es sicherer, zu dafür vorgesehenen Düsenreinigern zu greifen, die weder an der Elektronik Ihres Gerätes noch an den empfindlichen Bauteilen des Druckkopfs Schaden verursachen. Alternativ können Sie auch hier destilliertes Wasser verwenden. Denn Leitungswasser ist ungeeignet, da sich darin mikrofeine Partikel befinden, welche sich auf dem Druckkopf oder den Düsen absetzen könnten.

Reinigen Sie die empfindlichen Druckköpfe vorsichtig mit einem fusselfreien Tuch sowie der geeigneten Reinigungsflüssigkeit
Reinigen Sie die empfindlichen Druckköpfe vorsichtig mit einem fusselfreien Tuch sowie der geeigneten Reinigungsflüssigkeit | © Bild: 101189856 – norgallery, depositphoto.com

Reinigung einer Druckerpatrone mit Profi-Geräten

Wenn der Druckkopf eingetrocknet ist, können Ihnen nicht nur herkömmliche Mittel wie Reinigungsalkohol oder das einfache Wasserbad zum Erfolg einer einwandfrei funktionierenden Druckerpatrone verhelfen, sondern ebenso gibt es auf dem Markt einige Gerätschaften, die sich für die Reinigung von Patrone, Druckkopf und Düsen eignen. Eines dieser Geräte ist ein Ultraschallreiniger.

  • Ein Ultraschallbad kann nahezu sämtliche Verschmutzungen von Ihrer Druckerpatrone lösen.
  • Hierfür ist ein spezieller Ultraschallreiniger notwendig, den Sie im Handel erwerben können.
  • Da diese Geräte nicht sehr preiswert sind, eignen sie sich vornehmlich für die Reinigung sehr teurer Druckerpatronen. Denn in allen anderen Fällen rentiert sich die Anschaffung weniger, da eine herkömmliche Tintenpatrone zwar nicht billig, aber dennoch nicht so teuer ist, als dass sie den Kauf eines solchen Ultraschallreinigers rechtfertigen würde.

Eine weitere Möglichkeit stellt eine Zinnabsaugpumpe dar.

  • Eine solche Pumpe wird auch als Entlötpumpe bezeichnet und kann Verstopfungen an den Druckdüsen beheben.
  • Im Elektronikfachhandel finden Sie ein solches Gerät, welches sich ebenfalls für die Reinigung einer Druckerpatrone, bzw. eines Druckkopfes eignet.
  • Allerdings sollten für die Verwendung einer solchen Pumpe einige technische Kenntnisse vorhanden sein, da es sonst schnell zu Beschädigungen an den empfindlichen Bauteilen kommen kann.

Vorsicht vor einigen Ratschlägen

Auf den verschiedensten Foren und Plattformen im Internet kursieren immer wieder kuriose Mittelchen und Wege, wie Sie eine Druckerpatrone reinigen können. Einige dieser Tipps sollten Sie jedoch tunlichst vermeiden, da sie sogar groben Schaden am Drucker selbst verursachen können. Dazu gehören die Reinigung mit Spülmittel oder Chemikalien, Nagellackentferner oder Pinselreiniger. Nutzen Sie für die Reinigung Ihres Druckers, der Druckerpatronen, Druckköpfe und Düsen ausschließlich Wasser oder speziellen Reinigungsalkohol sowie Düsenreiniger.

Vorbeugende Maßnahmen

Damit es erst gar nicht dazu kommt, dass eine Druckerpatrone eingetrocknet ist, möchten wir Ihnen einige Tipps mit an die Hand geben, die das Risiko minimieren.

  1. Fahren Sie den Drucker nach getaner Arbeit ordnungsgemäß herunter, sodass auch die Patronen in ihre Ruheposition fahren können und so besser vor dem Austrocknen geschützt sind.
  2. Wenn Sie Ihren Tintenstrahldrucker nicht regelmäßig nutzen oder wissen, dass Sie das Gerät einige Zeit nicht benötigen, ist es dennoch ratsam, hin und wieder eine Testseite zu drucken, damit Tinte durch die Düsen gedrückt wird und so die Druckerpatrone vor dem Eintrocknen bewahrt. Ein solcher Testdruck empfiehlt sich alle zwei bis drei Wochen bei Nichtgebrauch. Eine kleine Erinnerung in Ihren Notizen kann dabei helfen, das Vorhaben nicht zu vergessen.
  3. Sollten Sie aufgrund von Urlaub oder anderweitiger Abwesenheit nicht regelmäßig eine Testseite drucken können, ist es dennoch möglich, Ihre Patrone vor dem Austrocknen zu schützen. Wickeln Sie die Tintenpatrone einfach in Frischhaltefolie, sodass Druckköpfe und Düsen vollständig bedeckt sind und lagern Sie sie an einem kühlen, dunklen Ort, beispielsweise im Kühlschrank. Statt Frischhaltefolie können Sie auch Klebeband nutzen.

Tipp: Im Handel gibt es für einige Druckerpatronen spezielle Aufbewahrungsboxen, in welchen Sie die ausgebauten Patronen lagern können.

Fazit

Wenn eine Druckerpatrone eingetrocknet ist, lässt sich diese Problematik meist schnell beheben. Um der Herausforderung einer Säuberung zu entgehen, bzw. das Risiko des Austrocknens zu minimieren, ist die richtige Lagerung von Tintenpatronen ein entscheidender Faktor. Schützen Sie die nicht genutzten Patronen in jedem Fall vor direkter Sonneneinstrahlung sowie vor zu großen Temperaturschwankungen und Nässe.

Wenn Sie Ihren Tintenstrahldrucker nicht häufig verwenden, ist der Druck einer Testseite in regelmäßigen Abständen sinnvoll, damit die Druckerpatrone nicht eintrocknet. Zudem können Sie die bereits benutzten Patronen bei längerem Nichtgebrauch in Frischhaltefolie einwickeln und im Kühlschrank lagern.

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